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Spannende Fakten

Schulhaus

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Dieses Schulhaus hat eine bewegte Geschichte. Die allererste Schule in Bellikon fand im Schloss statt: Kapuzinerpater Josef Maria Schmid, Bruder des Schlossherrn, unterrichtete die Kinder von Bellikon und Hausen im Lesen, Schreiben und Rechnen. Erst 1834 begann die Gemeinde, nach einem Standort für ein eigenes Schulhaus zu suchen, das dann um 1835 bis 1837 gebaut wurde.

Der bekannteste Lehrer dieses Schulhauses war Philipp Kaufmann aus Bellikon. Von 1900 bis 1942, also 42 Jahre lang, unterrichtete er hier die Gesamtschule mit acht Klassen ganz alleine, zeitweise mit über 90 Kindern im selben Zimmer! Er war streng, aber auch sehr vielseitig: Er lehrte nicht nur Rechnen und Sprache, sondern auch die Liebe zur Natur, zur Geschichte und zum Gesang. Über 40 Jahre lang leitete er zudem den Männer- und den Kirchenchor.

1924 wurde das einstöckige Schulhaus aufgestockt und feierlich mit einem Festzug und Unterhaltung durch Schüler und Vereine eingeweiht. Ihr steht heute genau vor diesem Haus, in dem das Ortsmuseum sowie die Spielgruppe Lolipop ihr Zuhause hat und all diese Geschichten in seinen Mauern trägt.

Altes Schulhaus Bellikon

Das «alte Schulhaus» an der Dorfstasse vor der Aufstockung von 1924. (©MVB)

Altes Schulhaus Bellikon nach der Aufstockung um 1930

Das alte Schulhaus nach der Aufstockung um 1930. (©MVB)

Die Käserei

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Altes Käserei-Gebäude Bellikon
Käse-Laibe Lagerung alte Käserei Bellikon

(alle Bilder©MVB)

Dieses Gebäude hat eine lange Geschichte. 1904 gründeten die Belliker Bauern gemeinsam eine Käserei-Genossenschaft. Sie wollten ihre Milch nicht weit wegbringen, sondern direkt im Dorf verarbeiten. Zunächst mieteten sie einen Hausteil beim Bauernhof von Johann Steger. Schon im ersten Jahr gab es Ärger: Der erste Käser Strebel beklagte sich, die Mäuse im Käsekeller seien «zu arg» und beschädigten die Laibe so stark, dass er sie nicht mehr verkaufen könne. Er drohte, die Käserei zu schliessen, falls nicht innert zwei bis drei Tagen ein neuer Boden gelegt würde!

1928 konnte dann endlich ein eigenes Käsereigebäude an der Dorfstrasse gebaut werden. Täglich wurde hier ein Emmentaler von 90 bis 110 kg hergestellt. Die Milch wurde mit Dampf aus dem hauseigenen Dampfkessel erhitzt. Später kam ein zweiter Käsekessel dazu und zusätzlich wurden täglich bis zu 20 Tilsiter à 4 bis 5 kg fabriziert. Von 1'000 kg Milch konnten dabei rund 81 kg Käse gewonnen werden. Im Untergeschoss lagerten drei grosse Käsekeller die wertvollen Laibe.

Fast 100 Jahre lang war die Käserei das Herzstück des bäuerlichen Bellikons. Am 29. April 2001 war dann Schluss: Die Belliker Bauern lieferten zum letzten Mal mit einem lachenden und einem weinenden Auge ihre Milch ab. Seither wird die Milch direkt auf dem Hof abgeholt. Das Gebäude dient heute als Wohnhaus mit Gewerberaum.

Schloss Bellikon

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Das Schloss Bellikon blickt auf eine lange und abwechslungsreiche Geschichte zurück. Ende des 13. Jahrhunderts als einfacher Jagdsitz der Habsburger genutzt, anfänglich "Rotten Hus" genannt, wechselte es im Laufe der Jahrhunderte viele Male den Besitzer. 1640 erwarb Johann Balthasar Schmid von Uri das Schloss und nannte sich fortan «Schmid von Bellikon». Er sorgte für die Schlosskapelle und die erste Schule im Dorf.

Kurz nach 1900 warb Schlossherr Henry Heer mit einer Broschüre für das Schloss als «Luftkurort für Familien und Fremde, sehr geeignet als Sommeraufenthalt: mit Bädern, Telephon, prachtvoller Fernsicht und vorzüglicher Küche". Heer liess das Schloss umfassend umbauen und modernisieren. Westlich der unteren Mühle entstand um 1910 ein hübsches Badehaus mit einem grosszügigen Schwimmbecken. Dies war nicht nur für die Schlossherrschaft gedacht. Das Schlossbad war für eine ganze Generation von Bellikern ein unvergesslicher Ort der Kindheit. Ein Foto aus dem Jahr 1952 zeigt die Schulklasse beim Baden im Schlossbad. Viele Belliker Kinder lernten genau hier das Schwimmen, bevor das Schulhaus überhaupt gebaut war.

Im Zweiten Weltkrieg wurden Offiziere im Schloss einquartiert und die Schlossherrschaft zog ins Gärtnerhaus. 1987 öffnete Schlossherr Dr. Meier das Schloss für die ganze Dorfbevölkerung mit einem ökumenischen Gottesdienst im Schlosspark und einer Hochzeitstafel, die bis in den Abend hinein dauerte. Heute ist das Schloss privater Wohnsitz. Aber von diesem Hügel aus spürt man die vielen Schichten seiner Geschichte. 

Schloss Bellikon alte Aufnahme
Schloss Bellikon alte Aufnahme
Kinder Schwimmen im Pool vo Schloss Bellikon

(alle Bilder©MVB)

Erdbeeren

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(alle Bilder © Fam. Zimmermann)

Genau hier, in Hausen, begann 1971 eine Erfolgsgeschichte: Die Familie Hans und Ruth Zimmermann startete auf ihrem Landwirtschaftsbetrieb auf gerade mal 10 Aren mit dem Anbau von Erdbeeren. Damit gehörten sie zu den Pionieren im Beerenanbau in der ganzen Region.

Anfangs wurden die Erdbeeren über die Dorfläden verkauft. Doch die Nachfrage wuchs und damit auch die Anbaufläche, die laufend vergrössert wurde. Immer mehr Kundinnen und Kunden wollten ihre Beeren direkt vom Hof, frisch und aus der Nähe. So gewann der Direktverkauf ab Hof immer mehr an Bedeutung und wurde zum wichtigsten Absatzweg.

Sohn Matthias reiste ins Ausland, um neue Anbaumethoden zu lernen, und brachte das Wissen direkt in den Betrieb. Heute wachsen die Erdbeeren auf modernen Dammkulturen und in Tunneln. So werden die Erdbeeren von Regen geschützt. Topfpflanzen auf bequemer Höhe mit automatischer Bewässerung gehören zum modernen Betrieb. Alle Beeren werden nach den IP-Richtlinien des Schweizerischen Obstverbandes produziert.

Erdbeeren frisch vom Feld, das ist seit über 50 Jahren das Geheimnis von Familie Zimmermann!

Hühner

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Hühner und Bauernhöfe gehörten seit jeher zu Bellikon. Auf jedem der kleinen Höfe rund ums Dorf gab es Hühner: ihr Gegacker war so selbstverständlich wie das Morgenläuten der Kirchenglocke. Der Kanton Aargau ist nach dem Kanton Bern der wichtigste Eierlieferant der ganzen Schweiz. Rund ein Achtel aller Schweizer Legehennen scharren im Aargau. Das war schon früher so. Die fruchtbare Gegend am Rohrdorferberg eignete sich bestens für die Landwirtschaft. Früher waren Eier viel mehr als bloss ein Frühstück: Sie wurden getauscht, verkauft und für besondere Backanlässe aufbewahrt. Seit Mitte 2019 stammen alle Schweizer Eier ausschliesslich aus Freiland- oder Bio-Haltung. Es ist ein Zeichen dafür, dass uns heute das Wohl der Tiere wichtig ist. Das fröhliche Gegacker hier erinnert daran, dass ein glückliches Huhn das bessere Ei legt.

(©MVB)

Erdbeeren

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Scheune, bevor das Wohnhaus von Fam. Gerhard gebraut wurde. Im Hintergrund das alte Schulhaus

Scheune, bevor das Wohnhaus von Fam. Gerhard gebraut wurde. Im Hintergrund das alte Schulhaus (© Familie Gerhard)

Altes Schulhaus Hausen an der Hauserstrasse, als sie noch ein Feldweg war.

Früher stand an dieser Stelle eine Scheune. Oben war das Remise mit Lager für Getreide (Weizen) und unten ein Stall für die Rinder. 

Hausen hatte auch einst eine eigene Schule. Das schon sehr früh. Gleichzeitig mit dem Schulhaus in Bellikon wurde um 1835 bis 1837 auch in Hausen ein Schulhaus gebaut, nachdem der Grosse Rat 1835 per Gesetz verlangte, dass jede Gemeinde mit 50 Schulkindern eine eigene Schule haben muss. Das Schulhaus in Hausen, welches heute das Wohnhaus «Wettstein» an der Hauserstrasse ist, stand damals noch an einem Feldweg.

Doch 1879 war Schluss: Die Schule in Hausen wurde aufgegeben und die 25 Schülerinnen und Schüler wurden in Bellikon zu den bestehenden 49 Kindern dazugezählt. Ein einziger Lehrer betreute bald fast 75 Kinder! Wo früher Kinder die Schulbank drückten, tummeln sie sich heute auf dem Spielplatz. Das Lachen klingt genauso fröhlich wie damals.

Altes Schulhaus Hausen an der Hauserstrasse, als sie noch ein Feldweg war. (©MVB) 

Wassserversorgung

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Wasser war in Bellikon schon immer ein wichtiges Thema. Bäche und Quellen ermöglichten in Hausen und Bellikon bereits in frühen Zeiten erste Siedlungen. Die Mühle beim Schloss wurde schon 1646 gebaut, angetrieben vom Wasser des Belliker Mühlenbachs.

Um 1850 verbesserten die Anwohner die Quellfassungen und leiteten das Wasser erstmals mit Leitungen zu den ersten Dorfbrunnen. Im Jahr 1900 wurde dann unterhalb des «Vorder-Hubihofs» das erste richtige Reservoir mit 200 m³ Inhalt gebaut. Das Wasser der höher gelegenen Quellen floss ins Reservoir und wurde von dort verteilt. Nach 1930 wurden die Quellen Bösmatt gefasst und das Wasser über ein Pumpwerk ins Reservoir gepumpt. Trotzdem war die Versorgung im «Hinteren Hausen» bis in die 1950er Jahre mangelhaft. Manchmal musste man dort mit Kesseln Wasser holen!

Zu Beginn der 1970er Jahre wurde die Wasserversorgung grundlegend modernisiert: Mit der Grundwasserfassung Weid in Stetten und dem Stufenpumpwerk Fuchstobel pumpt die Anlage das Wasser aus 32 Meter Tiefe auf 387 m ü. M. und von dort weiter hinauf ins grosse Reservoir auf 684 m ü. M. hoch über dem Dorf. Von dort fliesst es durch den natürlichen Druck in alle Häuser, ganz ohne weitere Pumpen.

Auch Zürichseewasser fliesst nach Bellikon: Über den Regionalen Wasserverband Mutschellen bezieht die Gemeinde bei Bedarf aufbereitetes Wasser, das ursprünglich aus dem Zürichsee stammt. Das Belliker Reservoir dient zudem als Standort für die 400 m³ umfassende Löschwasser-Reserve für die ganze Region.

Neues Reservoir Neubau 2020  (©Reto Meier)

Schulhaus Bösmatt

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Neues Schulhaus Bellikon 1976 im «gelben Kleid»

Neues Schulhaus 1976 im «gelben Kleid» (©MVB) 

Schulhaus Bellikon in rot, Aussenansicht

Schulhaus ganz in Rot 2000 (©MVB) 

Dieses Schulhaus hat eine bewegte Entstehungsgeschichte. Schon in den frühen 1960er Jahren war klar: Das alte Schulhaus reicht nicht mehr. Die Bevölkerung von Bellikon wuchs rasch, die Klassen wurden zu gross. Die Gemeinde kaufte bereits Ende der 1950er Jahre Land für einen Neubau: doch Fragen um Standort, Finanzierung, Kantonsvorgaben und den Beitrag der SUVA beschäftigten Behörden und Bevölkerung jahrelang.

Der gewählte Standort im Quellgebiet «Bösmatt» brachte während des Baus erhebliche Probleme mit sich: nachträgliche Wasserfassungen, Dachsanierungen und Zusatzkosten. Erst nach 30 Jahren mit Aussenisolation, neuen Fenstern und dem Ausbau des Kellergeschosses war das Schulhaus wirklich auf dem Stand, der ihm von Anfang an zugestanden wäre.

Die feierliche Einweihung fand am 28. September 1974 statt: mit der Aufführung der «Belliker Kantate» von Robert Blum, einem dreitägigen Dorffest mit Bühnenbazar, Festhütte, Tanz und Unterhaltung. Ein echtes Volksfest für ganz Bellikon! 

Schulhaus Bellikon 2026

Schulhaus Heute 2026 (© Katrin Britschgi)

Schützenhaus

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Dieser Ort hat eine besondere Geschichte und wer die Strasse kennt, hat vielleicht schon einen Hinweis: Die Schützenstrasse trägt ihren Namen nicht ohne Grund. Hier stand einst das Schützenhaus der Schützengesellschaft Bellikon, die am 24. Januar 1875 von 12 mutigen Männern aus dem damals gerade 350 Einwohner zählenden Dorf gegründet wurde. Ihr Motto auf dem ersten Vereinsbanner von 1883: «ANS VATERLAND ANS THEÜRE, SCHLIESS DICH AN» (Sei deinem Heimatland treu, steh zu ihm, verteidige es).

1924 wurde das erste Schützenhaus im Frondienst erstellt, also von den Dorfbewohnern gemeinsam und gratis gebaut. Die Belliker Schützen galten in der Region als treffsichere Leute und waren an eidgenössischen und kantonalen Schützenfesten in den vordersten Rängen anzutreffen. Zu grossen Anlässen kamen über tausend Personen nach Bellikon.

Doch das Dorf wuchs und die Wohnbauten rückten immer näher an die Schiessanlage. Am 27. September 2003 schossen die Belliker Schützen zum letzten Mal auf ihre Zugscheiben, ein würdiger Abschied unter Mitwirkung der ganzen Dorfbevölkerung. Danach wurde das Schützenhaus abgebrochen und der Scheibenstand zurückgebaut. Wo einst gezielt wurde, blühen heute Blumen.

Heute steht auf der anderen Strassenseite der Kindergarten, der am 30. April 1972 feierlich eingeweiht wurde. Zu Beginn wurden gerade mal 17 Kinder von der Lehrerin Frau Bargetzi aus Bellikon unterrichtet. Die Nachfrage wuchs so stark, dass 1991 bereits eine zweite Abteilung nötig wurde. Zunächst wurden behelfsmässig die Schüler in einem Schulzimmer untergebracht, nach einigen Diskussionen und einem gescheiterten Referendum schliesslich ab 1996 im alten Schulhaus. Im Jahr 2003 folgte dann der Spatenstich für den neuen Doppelkindergarten. Vom Schiessen zum Spielen, vom Schützenhaus zum Kindergarten. Dieser Ort hat sich gewandelt, aber eines ist geblieben: Er ist ein Herzstück der Dorfgemeinschaft.

Schützenhaus Bellikon an der Schützenstrasse 

Schützenhaus an der Schützenstrasse (©MVB) 

Neubau Doppelkindergarten Bellikon

Neubau Doppelkindergarten 2003 (©MVB) 

Kirche Bellikon

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Alte Kirche Bellikon etwa 1930 mit Pfarrhaus

Alte Kirche etwa 1930 mit Pfarrhaus (©MVB)

Alte Kirche Bellikon etwa 1930

Die Geschichte der Kirche in Bellikon beginnt lange vor dem Bau eines eigenen Gotteshauses. Jahrhundertelang mussten die Belliker den beschwerlichen Weg zu Fuss nach Rohrdorf zur Kirche antreten. Rohrdorf war die Mutterpfarrei für Bellikon, Stetten, Künten und weitere Dörfer. Erst 1925 wurde Bellikon eine selbstständige Pfarrei.

Die erste eigene Kapelle, die Schlosskapelle, entstand im Jahre 1676, nachdem Schlossherr Balthasar Schmid jahrelang gegen den Widerstand des Dekans in Rohrdorf und der Herren in Baden kämpfen musste. Mehr als eine Kapelle wurde ihm nicht erlaubt. Erst in den Jahren 1854/55 bauten die Belliker ihre erste richtige Dorfkirche, die 1856 durch Bischof Karl Arnold von Solothurn eingeweiht wurde. Dies war nur dank vieler Fronarbeiten für gerade mal 15'000 Franken möglich.

Über 100 Jahre diente diese Kirche der Gemeinde. Doch dann zeigte sich: Der Turm war marode, eine Reparatur nicht mehr möglich. Nach langen Diskussionen und zwei Abstimmungen an der Kirchgemeindeversammlung fiel der Entscheid für einen Neubau. Was dann folgte, sorgte für Aufregung im Dorf: Am 4. September 1976 wurde die alte Kirche gesprengt. Viele Belliker erfuhren davon erst an jenem Tag. «Eine Sprengung hätte nicht sein müssen», heisst es in der Chronik. Manche Dorfbewohner hatten Vorfahren, die mitgeholfen hatten, die Kirche zu bauen. Der Schmerz sass tief und ist noch heute spürbar.

Am 30. Oktober 1977 weihte Bischof Otto Wüst von Solothurn die neue Kirche ein. Die vier Glocken aus dem Jahr 1924 wurden sorgfältig revidiert und in den Neubau übernommen. Sie läuten noch heute über Bellikon, als wäre nichts gewesen.

Muesumsverein Bellikon.png

DANKE

b.elki bedankt sich beim Museumsverein Bellikon

für die gute Zusammenarbeit.

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